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Hans D. Smoliner

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2006-10-07

BeTRACHTUNG

Brugga, ein Synonym für die geistige bisweilen träge Verwurzelung des Menschen mit seinen ortsansässigen, raumgewordenen ersten Erinnerungen; ein Stück Heimat zum Ausziehen, unter der Zeit ein Stück Heimat zum Einziehen.

Im Mittelpunkt von Brugga und meines kreativen Tätigseins steht der Mensch als passives im Wort abstrahiertes Wesen. Seine alltäglichen Wahrnehmungen, Empfindungen und seine Gefühle sind der Ausgangspunkt einer sprachlichen und bildlichen Reflexion, einer Suche nach Wortbildern, letztlich ein Ausdruck der im Menschsein inhärenten Fähigkeit des Perspektivenwechsels.
Das Wort als Zeichen, als Abbild unserer Wahrnehmung wird als Erinnerung, als Dokumentation der Tagtäglichkeit verwendet. Da die Sprache in ihrer Vierdimensionalität schon Abstraktion der unmittelbaren Wahrnehmung unserer Umwelt ist, ist das Wort die Abstraktion unserer Sprache. Die Fähigkeit zu abstrahieren ist einerseits eine Möglichkeit uns mitzuteilen, Grenzen abzubauen, andererseits eine Möglichkeit, die Intimität unserer Empfindungen und Gefühle zu schützen, Grenzen zu ziehen.
Das Bild, die Fotografie hingegen ist in seiner Zweidimensionalität eine Analogie der unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung unserer Umwelt, die analoge Konkretisierung empfundenen Erinnerung. Die Fähigkeit zu analogisieren ist einerseits eine Möglichkeit uns zu anonymisieren, Grenzen aufzubauen, andererseits eine Möglichkeit die Sozialität unserer Empfindungen und Gefühle in das Gegenüber zu infiltrieren, Solidarität zu zeigen.

Die von mir gesuchte und aufgespürte Konnotation des WortBildes, als Wahrnehmungsrelikt, als Ausdruck der menschlichen Entwicklungspassivität, wird durch visuelle Fundstücke ergänzt und im Prozess meiner BeTRACHTung mittels der Fotografik kurzlebig dokumentiert und kann als Versuch gesehen werden, die Zeit mit meinem WortBild zu begleiten, sie aus der Fähigkeit des Perspektivenwechsels zu beTRACHTEN.

Der kreative Akt des Schreibens und der grafischen Gestaltung ist ein introspektiver Prozess, letztlich ein einsamer. Trotzdem geschieht er unter einem kommunikativen Aspekt, wenn auch der direkte Kontakt zum Publikum scheinbar unterbrochen ist.
Mit dem kreativen Akt der Präsentation verlässt der Künstler seine selbst gewählte Isolation und führt das Wort, das Bild wieder ihren ursprünglich sozialemanzipatorischen Räumen zu.
Durch das jeweilig Medium der Präsentation (z.B. Buch, Ausstellung, Lesung etc) wird das gestaltete Wort, das Bild zur Brücke zwischen dem Künstler und dem Publikum, jenen Menschen, die ihn veranlasst haben, seine Ausdrucksperspektiven zu wechseln.

Der Gestaltungsprozess dieses Buches, dieser Ausstellung war kein einsamer mehr. In zeitlosen Gesprächen mit Ulli, Joana, Maria, Christiane, Robert, Stephan und vielen Freundinnen und Freunden gaben die jahrelang abgelegten Texte, die archivierten Bilder ihre soziale Emigration auf und wurden von Christiane und Otto gemäß der altbewährten Rechtschreibnormen lektoriert, Gösta hat sie mit einem Begleittext versehen und letztendlich hat Josip, mit seiner geduldigen und feinsinnigen Art, die Texte und Bilder zu einem Buch gestaltet.

Eine gewechselte, für achtzig Prozent der heutigen Bevölkerung Bruggas unbekannte Geschichte und subjektiv gestaltete Perspektive hat sich einen Raum gesucht und bei meinem zeitlangen Freund, Walter eine kurzeitige Herberge gefunden.
Die Planensujets „HEINT – oder Arbeit kann tödlich sein“, ein Projekt mit Karl M Dabringer und Robert V Kravanja - haben sich die ehemalige Küche – ein Synonym für das durch den Kapitalismus entfremdete gemeinsame Genießen unseres Tätigseins – einvernommen. Im Stammtischraum, wo dereinst der „Hackelziehe“ noch einen weißen Spritzer von gehorsamen Kindern einforderte, haben sich die verwaschenen Solidaritätsbilder der siebziger Jahr niedergelassen. Das damalige Extrastüberl, ungestörter Kussschutzraum, wird zurzeit von den vergilbten Liebesträumen der jungen Jahre besetzt. In der damaligen Konditorei, wo sich das zähneverklebende Stollwerk und der verpönte Kaugummi stolz zur Schau stellten, das köstliche Schleckeis sonntäglich Sommerkühle versprach, hat sich eine Serie von verdrängten Vergangenheitsbildern vereinnahmt. Das Gastzimmer wird, wie gewöhnlich von alltäglichen Bruggagesichtern besetzt.

Jedes WortBild erzählt inhärent eine kurzzeitige Geschichte, die Geschichte derjenigen, die den Perspektivenwechselnden veranlassten Wahrnehmung zu gestalten, dessen perspektivenwechselnden Gestaltungsprozess und die inhärente Geschichte des BeTRACHTERs.

Dieses gemeinsame Tun war ein wundervolles, beeindruckendes und unbezahlbares Erlebnis. Es war schwierig nur „ein Wort“ zu finden, das all die damit verbundenen Wahrnehmungen, Empfindungen, Gefühle umzeichnet.
Nach langem Suchen und Nachdenken habe ich dieses Wort gefunden. Es ist ein sehr altes Wort der deutschen Sprache, ein alltägliches und wir verwenden es tagtäglich, auch wenn wir seiner Wurzel nicht mehr gewahr werden, so bedeutete es ursprünglich „DENKEN“:

DANKE

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