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Walther Schütz

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2006-03-22

Arbeit ist die Lösung - wie heißt das Problem?

Anmerkungen zu einer Suche

Freitag und Samstag beschäftigen wir uns mit Arbeit, einer gefährlichen Drohung. Näheres zu diesen Veranstaltungen, zu denen wir herzlich einladen, unter r Vortrag sowie Seminar zu "Arbeit, die gefährliche Drohung"

Ein Gespenst geht um in Europa: Die Suche nach Arbeit. Der deutsche Wahlkampf im Vorjahr hat es ganz klar gezeigt. Es geht nur noch um eins: Die Arbeitslosigkeit und ihre Bekämpfung. Alle Parteien von Links bis Rechts waren sich einig, dass da der Hase im Pfeffer läge. Unterschiede gibt es (wenn überhaupt) lediglich bei den Vorschlägen, wie denn dem angeblichen Problem beizukommen sei. Nicht anders ist es in Österreich bzw. in Kärnten: Ob Medien, engagierte Leserbriefschreiber/innen, Parteienvertreter/innen: Der Politik wird vorgeworfen, sich in kleinlichem Hickhack zu verlieren, anstatt endlich Arbeit zu schaffen.

Der Vorwurf an die Politik aber ist ungerecht: Um Arbeit zu schaffen wird die Arbeitszeit flexibilisiert, wird der Kündigungsschutz abgebaut, wird den Arbeitslosen immer mehr zugemutet, werden Sozialstandards gestrichen, wird privatisiert, soll die Gentechnik in der Landwirtschaft Einzug halten und die Atomenergie ihre Renaissance erleben, werden Investoren mit niedrigsten Steuern angelockt und Lohnabhängige in einen mörderischen weltweiten Konkurrenzkampf gegeneinander gehetzt …

Aber auch in einem Bereich, der bislang relativ wirtschaftsfern schien, hält der Gedanke Einzug, dass alles und jedes unmittelbar und ausschließlich der Schaffung von Arbeit zu dienen habe: im Bildungssektor. Wenn auch die Idee von einem hehren Bildungsideal, das nicht dem schnöden Mammon dient, schon bisher eher ein Trugbild war, so ist doch die Schamlosigkeit, mit der zurzeit Bildung der Schaffung von Jobs dienen und damit zur reinen Ausbildung verkommen soll, in diesem Ausmaß neu. Ob Baccalaureat, Eliteuniversität, Evaluierung, Früh- und Höchstbegabtenförderung, Bildungsstandards, Schwerpunktbildung, Qualitätssicherung, etc . - alles wird der Schaffung neuer Arbeitsplätze untergeordnet.

Besonders bemerkenswert sind die Veränderungen in den Bereichen der Gesellschaft, die traditionell ein Naheverhältnis zu sozialen Verbesserungen, Emanzipation etc. haben: In Zeiten der „Vollbeschäftigung” gehörte der Ruf nach Arbeitszeitverkürzung noch zum Standardrepertoire der Gewerkschaften und es war damit noch immerhin so etwas wie eine kritische Distanz zum Arbeitswahn gegeben. Heute, wo die Nachfrage nach Arbeitskräften deutlich hinter dem Angebot zurückgeblieben ist, ist auch der Ruf nach einer Arbeitszeitverkürzung und damit einer Umverteilung der Arbeit praktisch weg vom Fenster. Ähnlich beschränken sich Teile der Frauenpolitik weitgehend auf die Forderung nach Gendermainstreaming und Chancengleichheit am Arbeitsmarkt – und dies in einer Situation, in der Arbeit immer weniger eine Garantie für ein halbwegs vernünftiges Einkommen oder gar eine verlässliche Lebensplanung darstellt.

Nun ist schon klar, dass es genug (schlechte) Gründe für diesen Rückzug auf den Arbeitskult gibt. Standortwettbewerb, mangelnde Durchsetzungskraft der Gewerkschaften, etc... und die Tatsache, dass ein Leben im Kapitalismus für die meisten Menschen ohne den Verkauf ihrer Arbeitskraft unmöglich ist. Aber gerade in einer solchen Situation müssen wir einmal Halt machen, sollten wir nachdenken, was das Ganze überhaupt soll und was die Perspektiven sein könnten, in einer Situation, in der einerseits selbst die so bescheidene Perspektive eines halbwegs erträglichen (Über)Lebens in Lohnarbeit nicht mehr gewährleistet ist und in der andererseits Versprechungen von Jobwundern aus einer globalen Perspektive gefährlichen Drohungen gleichkommen.

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